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Gedichte über das Meer lesen Sie hier...


Schiff, mein Schiff

Schiff, mein Schiff, in die See jagt dich erneute Flut!
Oh, was treibst Du? Mit Macht fahr in den Hafen ein.
Rasch! Oh siehst du die Planken
Nicht der Ruder beraubt! Hörst nicht?

Mast und Rahen geknickt unter dem brausenden
Südsturm ächzen? O schau: Los von der Taue Band
Kann sich der Kiel kaum halten,
Wenn zu herrisch die See sich hebt!

Nicht ein Segel mehr heil, ist auch kein Gott mehr da,
den als Retter aus Not du wieder rufen kannst?
Berges Tanne, vergebens
Pochst du, fürstliches Kind des Walds,

Jetzt auf Namen und Stamm: Nimmer dem farbigen
Bild am Buge des Schiffs traut der verängstigte
Seemann! Willst du der Stürme
Spott nicht werden, so wahre dich!

Du, mir jüngst noch, o Schiff, Kummer und Überdruss,
Jetzt mein Sehnen und schwer lastende Sorgen mit:
Flieh vom Meer, wo es hart am
Marmorschimmernden Riff sich bricht!

Horaz