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Gedichte über das Meer lesen Sie hier...


Beim Muschelsuchen

Verstreut auf ihre Schultern, wie im Tanze,
Die lichten Locken zu der Sonne Neide,
Sammelt Silvia längs dem grünen Glanze
Des Meeres Muscheln im gerafften Kleide.

Das Wasser – im Smaragd der Fenchelpflanze
Macht es sich klein, als tät es nichts zuleide;
Ein Körbchen flocht sie aus Gezweig der Weide
Und schmiegte auf die Stirn es leicht zum Kranze.

Dann ging sie fort zum Strand – und sah – und schmollte:
Wart nur, du Flut, so klein – und darfst mit Galle
Und Salz mir heimlich Fuß und Kleid verletzen.

Schnell sag ich, dem nichts entgehen sollte:
Wart nur, du Mund, so klein, darfst du mir alle
Sinne mit deinem Salz entzünden, ätzen?

Lope de Vega